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Musikalische Orientierung · Virtual Hall®

Postromantik

Das Orchester an der Jahrhundertwende: Erzählkraft und Spannung.

Etwa 1870–1910/20

Am Ende des 19. Jahrhunderts führen manche Komponisten das romantische Erbe zu größeren Formen, gespannteren Harmonien und ungewöhnlicheren Klangfarben weiter. Postromantik nennt diesen Übergangsraum treffend, ohne das gesamte Musikschaffen um 1900 in eine einzige Schule einzuordnen.

In den Musikmetropolen der Jahrhundertwende wuchsen die Orchester, und Komponisten erprobten neue Mischungen ihrer Instrumente. Melodische Linien wurden länger, Lösungen ließen auf sich warten; einzelne Stimmen konnten im klanglichen Geschehen zu Figuren, Lichtblitzen oder Bedrohungen werden.

Drei Meilensteine der Geschichte

  1. 1896Dukas vollendet die Symphonie in C-Dur.
  2. 1897L’Apprenti sorcier wird in Paris uraufgeführt.
  3. 1912La Péri zeigt eine andere Seite seiner Orchesterkunst.

Drei Anregungen zum Hören

Der marschierende Besen

Die Fagotte setzen ein gleichmäßiges Motiv in Gang: komisch, doch immer hartnäckiger.

Das Motiv kehrt wieder

Die wiederkehrende Idee drängt stärker, während die Unruhe das Orchester erfasst.

Das Märchen wird Klang

Kontraste von Lautstärke und Farbe lassen Wasser, Panik und die Rückkehr der Ruhe hören.

Postromantik ist hier eine nützliche Orientierung, keine feste Schublade: Sie überschneidet sich mit frühen Modernismen und erfasst weder alle Modernisten noch alle Werke.

Quellen und weiterführende Lektüre

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